Berg des Monats

Auf dieser Seite stelle ich euch jeden Monat einen anderen Berg vor. Dabei gebe ich neben einigen grundlegenden Informationen auch Hinweise über die Aufstiegsroute sowie meine persönlichen Erfahrungen mit der Besteigung.

Berg des Monats Juni: Mädelegabel (Österreich)

Der Gipfel der Mädelegabel (links), rechts davor der Schwarzmilzferner, der letzte Gletscher im Allgäu


Lage und Höhe

Die Mädelegabel ist ein 2.645m hoher Gipfel im Allgäu auf der Grenze zum Österreichisches Bundesland Tirol. Zusammen mit der Trettachspitze und der Hochfrottspitze bildet die Mädelegabel das berühmte Allgäuer Dreigestirn.

Erstbesteigung

Die Erstbesteigung erfolgte wahrscheinlich bereits 1818 bei Vermessungsarbeiten der Grenzkommision. Die erste dokumentierte Besteigung erfolgte 1852 durch Otto Sendtner über den heutigen Normalweg.

Aufstieg

Der gängigste Aufstieg erfolgt bei der Begehung des Heilbronner Weges, vom Abzweig oberhalb der Gletschers sind es dann noch lediglich 30 Minuten in leichter Kletterei (UIAA I+). Aufstieg vom Waltenberger Haus ca. 2,5 Std. 


Mein Weg auf die Mädelegabel

Die Mädelegabel war für mich der Höhepunkt bei der Begehung des Heilbronner Wegs im Juli 2019. Start war morgens am Waltenberger Haus auf 2.084m. Zunächst führte der Weg über Geröll und Fels steil hinauf auf die Bockkarscharte (2.500m). Der Anstieg über insgesamt 400 Höhenmeter war vor allem morgens durchaus fordernd. Unterhalb der Bockkarscharte sind einige Stellen mit Drahtseilen und Tritten versichert. Oben angekommen, bot sich ein toller Ausblick auf die Allgäuer Hauptgipfel, vom Großen Krottenkopf (links) bis Hohes Licht (rechts).

An der Scharte hielten wir uns links Richtung Kemptner Hütte und dann leicht bergab hinunter zum letzten Gletscher der Allgäuer Alpen, dem Schwarzmilzferner. Dieser kann spaltenfrei überquert werden. Vom Abzweig zum Gipfel waren es dann noch ca. 30 Minuten in leichter und wenig ausgesetzter Kletterei. Die Schlüsselstelle liegt direkt am Einstieg, wo eine Felsnase gequert wird (UIAA I+). Der Abstieg erfolgte dann weiter auf dem Heilbronner Weg hinunter zur Kemptner Hütte (1.850m). Für mich persönlich ein absolutes Highlight und unverständlich, dass viele der Heilbronner Weg nur bis zur Bockkarscharte gehen und dann bereits ins Tal absteigen. Die Verlängerung bis zum Waltenberger Haus bietet neben der Mädelegabel auch die harmlose aber spektakuläre Querung des Gletschers und auf dem Weiterweg zur Kemptner Hütte tolle Ausblicke hinunter ins Tal und zurück zum Heilbronner Weg!